Vita>Intention

Geboren wurde ich 1960 in München-Neuhausen. Und wenn ich heute zurückdenke, sehe ich mich immer noch von meinem Zimmer aus auf das gegenüberliegende Haus blicken und die Schüler der Kunstschule beobachten, die mit riesigen Mappen die Treppen der alten Villa säumten. Mappen die mir damals als viel größer als die Schüler selbst erschienen. Und, da war ich mir sicher, große Geheimnisse verbargen. Wenn sie gelegentlich geöffnet wurden, löste dies dann staunende Frageblicke, intensive Diskussionen aus und oft ein frohes Lachen. Immer wurden diese Mappen mit großer Achtsamkeit getragen, so als würde ein Stoß das Innere verletzen oder sich im Fallen streng Behütetes ungeschützt offenbaren können.

Ob es nun diese Bilder waren, das Ambiente der alten Bürgervilla in der ich meine ersten Lebensjahre verbrachte, der Weg zum Kindergarten und später in die Schule der mich am Nymphenburger Schlossrondell entlangführte, die vielen verträumten Gärten mit ihren Skulpturen, oder die vielen bunten Stoffmuster auf dem Schneidertisch meiner Mutter - vielleicht auch die Architekturzeichnungen meines Vaters die ich kolorieren durfte? Irgendwo zwischen diesen Augen-Blicken wurde in meinem Inneren ein Feuer der Leidenschaft angefacht, das mich bis heute begleitet und zum Gestalter werden lies.
 

Prägende Augen-Blicke....

Portrait Norbert Gerstlacher; copyright Robert Kessler

Foto: Robert Kessler

Während meines Studiums, meiner Tätigkeit als Art-Director und nunmehr als freischaffender Künstler und Grafikdesigner habe ich viele Mappen getragen, oft genug sorgsam darauf bedacht nicht gestoßen zu werden und Viele kennengelernt die den Mappeninhalt nicht mehr enthüllen konnten.

Heute ist mir Achtsamkeit, das Nachspüren des Augen-Blicks, das Bei-Sich-Sein ebenso wichtig geworden wie das Bestreben mich mit meinen Möglichkeiten in die Gemeinschaft einzubringen und den Funken weiterzutragen – meine Mappe zu öffnen.

Ich möchte – auch mit meinen künstlerischen Arbeiten – dazu beitragen das sorgsame Umgehen mit der Verletzlichkeit des Menschen wieder zu einer selbstverständlichen Grundlage menschlichen Zusammenseins werden zu lassen. Ich möchte für den Schutz der inneren Geborgenheit sensibilisieren und dafür dass ein Sich-Offenbaren im gegenseitigen Sich-Vertrauen seine Entsprechung findet. Dies versuche ich in meiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Leiter des Künstlerkreises KK83 München-Pasing, in meinen Reden zu Ausstellungseröffnungen und als ehrenamtlicher Suchtkrankenhelfer weiterzugeben.

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